Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011, Nr. 234, S. L20
Literatur
Die High Society im Säurebad der Ironie
Triumphales Ende der Melrose-Saga: Edward St Aubyn trägt die Rabenmutter seines Helden stilvoll zu Grabe und bittet zu einer aberwitzigen Trauerfeier. Von Werner von Koppenfels Spätestens seit er mit "Muttermilch", dem vorletzten Band seiner autobiographisch getönten Melrose-Saga, dem Booker-Preis knapp entkam, ist Edward St Aubyn, Hochadelsspross und Nestbeschmutzer aus uraltem Geschlecht, ein Liebling der britischen Feuilletons. Schmeichelhafte Vergleiche mit der bissigen Gesellschaftssatire von Evelyn Waugh oder Martin Amis sind an der Tagesordnung. Der Reiz solcher Satire liegt in der Zweischneidigkeit ihres ...