Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.08.1996, Nr. 33, S. 26
Kultur
Dialog zwischen Chaos und Ordnung
KLOSTER ARNSBURG. Katharina Razumovsky malt, als hätte sie die gestische Abstraktion neu erfunden. Gegenstandslose Formen als Medium der Emotionen, Erinnerungen und Hoffnungen: Die großformatigen Gemälde in ihrer Intensität und leuchtenden Farbigkeit machen sichtbar, daß die internationale Sprache einer vom Objekt befreiten Kunst gerade in Zeiten, da ein verbindlicher Stil nicht mehr dingfest zu machen ist, neue Legitimität gewinnt. Die Leinwand wird zum Spiegel der Seele, und unterschiedlichste Regungen werden durch kompositorische Disziplin rationalisiert: Das Bild gerät zum dramatischen Dialog zwischen ...