Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2012, Nr. 2, S. 28
Feuilleton
Neue Sachbücher Auch die Größe der Mönchszellen war dem Kaiser nicht gleichgültig Der Imperator in seinem Labyrinth: Hartmut Leppins Studie über Justinian erzählt ein spätantikes Herrscherleben als Bildungsroman mit Widersprüchen
Justinian hat eine schlechte Presse in letzter Zeit. Dem Mittelalter galt er noch, zumal nach der Wiederentdeckung seines Gesetzeswerks im Westen, als einer der größten römischen Kaiser; Dante steckt ihn ins Paradies und lässt ihn die traurige Gegenwart Italiens beklagen, Raffael malt sein Bild in den Stanzen des Vatikans, und noch Ranke spricht mit Respekt von ihm. Aber schon Gibbon schmäht ihn als christlichen Fanatiker, Burckhardt rümpft die Nase über seine Tyrannei, und das zwanzigste Jahrhundert lässt ihn fast gänzlich ...
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Justinian, Römischer Kaiser
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Italien