Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2011, Nr. 217, S. 34
Feuilleton
Neue Sachbücher Hört auf, im Staat den Übeltäter zu sehen! Wie die riesigen Konzerne Demokratie und Markt bedrohen: In seinem neuen Essay beleuchtet der britische Soziologe Colin Crouch die Ideengeschichte des Neoliberalismus
Wer wissen will, warum genau es noch mal zur Finanzkrise kam und warum das alles immer noch weitergeht, der höre nicht auf die Banalytiker in Funk und Fernsehen, sondern lese Colin Crouchs neues Buch. "Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus", heißt es, und das ist eigentlich falsch. Denn befremdlich daran, dass eben das System, das die Finanzkrise zuließ oder besser: verursachte, in der Folge nicht nur nicht unterging, sondern gefestigter ist denn je zuvor, ist, genau betrachtet, gar nichts. Das sieht ...