Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.1993, Nr. 57, S. 4
Politik
An den Grenzen zu Polen und zur Tschechischen Republik: Ein Ansturm von beiden Seiten In den neuen Ländern wollen Tausende beim Grenzschutz angestellt werden / Hilfskräfte sollen die Beamten entlasten / Suche nach illegalen Grenzgängern / Von Markus Retti
CHEMNITZ, 8. März. Wer Angestellter beim Bundesgrenzschutz werden möchte, der muß zuallererst über gutes Sitzfleisch verfügen. Jeden Morgen um acht Uhr kommen rund 25 Bewerber in die Kaserne der Bereitschaftspolizei in Chemnitz, dort ist eine der vier Einstellungskommissionen in den neuen Bundesländern. Bis der letzte Bewerber alle Stationen absolviert hat, können schon einmal zwölf Stunden vergehen. Die meiste Zeit sitzen die Bewerber in einem Kasernenflur und warten darauf, daß je einer von ihnen hinter eine der Türen rechts und links ...